Der stationäre Edelmetallhandel erneut im Lockdown

Der stationäre Edelmetallhandel erneut im Lockdown

Aufgrund der hohen Infektionszahlen mit dem Corona-Virus hat die Bundesregierung mit Wirkung vom 16. Dezember bis zunächst 10. Januar einen erneuten Lockdown beschlossen. Davon betroffen ist neben den Gastronomiebetrieben und Freizeiteinrichtungen auch der stationäre Edelmetall-Einzelhandel. Die gute Nachricht für Anleger und Numismatiker: Münzen und Barren aus Gold, Silber oder anderen Metallen können weiterhin über die Onlineshops der Fachhändler bezogen werden.

In Zeiten von wachsendem E-Commerce setzen viele Edelmetallhändler auch unabhängig von Corona oder anderen gesellschafts-politischen Einschränkungen auf den Bestell- und Versandhandel als zweites Standbein. Zuletzt hatte sich dies während des ersten Herunterfahrens der Wirtschaft im Frühjahr 2020 bewährt. Denn bereits zu Beginn der Pandemie musste der Einzelhandel für mehrere Wochen schließen. In dieser Zeit verlagerte sich der Gold- und Silberhandel komplett ins Internet. Zudem löste die Ungewissheit einen regelrechten Run auf Edelmetalle aus. Zeitweilig mussten die Händler sogar ihre Angebote deaktivieren, weil temporär keine Ware mehr verfügbar war.

Die gleiche Situation wie im Frühjahr?

Jetzt mussten die Edelmetallhändler erneut ihre Ladentüren schließen – trotz gut funktionierender Hygienekonzepte. Doch die Situation ist heute eine andere. Derzeit zeichnen sich keine erneuten Hamsterkäufe auf Gold und Silber ab und die meisten Produkte sind ohne Einschränkung lieferbar. Wobei der Impfstart und die Meldungen über eine neue Virusmutation für eine weitere Verunsicherung unter den Anlegern sorgen. Dies zeigt sich auch am deutschen Börsen-Leitindex DAX, der kurz vor einem neuen Allzeithoch nochmals zurücksteckt. Die aktuellen Edelmetallkurse präsentieren sich ebenfalls verhalten. Der Goldpreis zog insbesondere zwischen April und Juni massiv an und kletterte im August sogar auf ein neues Euro-Allzeithoch von 1.737,28 Euro (Schlusskurs). Bis Anfang Dezember fiel der Preis auf unter 1.500 Euro für eine Feinunze Gold (31,103 Gramm). Aktuell verzeichnet er erneut einen leichten Aufwärtstrend. Die gleichen Beobachtungen konnten Anleger während der letzten Monate beim Silberpreis machen. Der kleine Bruder von Gold zieht meist mit ein wenig Respektabstand nach.

Goldpreis Chart - Gold-Spotkurs

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Goldpreisentwicklung von Januar bis Dezember 2020

  • Hinweis für den Silberkauf: Ab dem 1. Januar 2021 erfolgt die Rückführung der Mehrwertsteuer von 16 Prozent auf den regulären Satz von 19 Prozent. Dadurch erhöhen sich zum einen die Preise bei Silberprodukten und die Differenzbesteuerung rückt wieder mehr in den Fokus. Zudem ist es möglich, dass mehrwertsteuerpflichtige Produkte aus Silber, Platin oder Palladium nach Weihnachten und zu Jahresbeginn aufgrund der Preisumstellung temporär nicht zur Verfügung stehen.

 

Der Onlinehandel profitiert beim zweiten Lockdown ganz klar von den Erfahrungen aus dem Frühjahr. Denn viel Zeit für Vorbereitungen gab es nicht. Zwar zeichnete sich bereits im Vorfeld eine Verschärfung der Covid-19-Maßnahmen ab, doch am Ende blieben den Einzelhändlern gerade einmal zwei Tage, um vom stationären Verkauf wieder komplett auf den Bestellservice zu wechseln. Dennoch bedeutet der ausschließliche Online-Verkauf eine Herausforderung an die Logistik.

 

Wie funktioniert derzeit der Onlinehandel?

Die meisten Edelmetallhändler sind inzwischen mit eigenen Webseiten ausgestattet, über welche sie ihre Ware rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche zum Kauf anbieten. Alternativ ist vielfach auch eine Bestellung am Telefon während der sonst üblichen Öffnungszeiten möglich. Kunden können bequem von zu Hause oder aus dem Büro ihre Auswahl treffen und Anlageprodukte aus Gold oder Silber per Klick kaufen. Wenig später wird die Ware dann über einen Werttransport geliefert oder dem Depot zugefügt.

Darüber hinaus bieten viele Händler ebenfalls den Ankauf von Goldmünzen, Goldbarren, Silbermünzen und Silberbarren über das Internet an. Per Online-Formular können Anleger oder Sammler Angebote jederzeit einholen. Ebenso wird meist bereits eine Kalkulation auf Basis der geltenden Edelmetallkurse angezeigt. Somit sind Bestellvorgang und Veräußerung für den Kunden komfortabel gelöst.

  • Achtung Winterpause: Anleger sollten bedenken, dass einige Fachhändler ab Weihnachten bis in den Januar hinein in ihre reguläre Winterpause gehen und in dieser Zeit nur einen eingeschränkten Service bieten. Auf den Webseiten der Händler finden Sie hierzu weitere Informationen. Nutzen Sie dazu einfach unsere praktische Händler-Übersicht.

Kann trotz des Lockdowns bestellte Ware persönlich abgeholt werden?

Einige Wehrmutstropfen gibt es dennoch für Kunden. Zum Beispiel ist derzeit kein anonymer Kauf von Edelmetallen möglich. Normalerweise können Anleger bis zu einem Wert von 1.999,99 Euro Gold, Silber oder andere Weißmetalle mit Bargeld an der Ladentheke kaufen, ohne dass ein Ausweispapier vorgelegt werden muss oder die Kundendaten erfasst werden. Da der stationäre Verkauf bis mindestens 10. Januar geschlossen ist, kann nur online mit Kreditkarte oder per Banküberweisung/-einzug bezahlt werden.

Dies betrifft ebenfalls bestellte Ware. Ganz gleich, ob digital oder telefonisch bestellt, während des Lockdowns können die Anlageprodukte nicht persönlich abgeholt werden. Anders als bei der Essensabholung im Restaurant, die überwiegend draußen stattfindet, gelten für Wertgegenstände strengere Sicherheitsvorkehrungen, die sich nicht über ein geöffnetes Fenster oder einen Autoschalter realisieren lassen. Hier bleibt im Augenblick wirklich nur der Versandweg.

Sind Schließfächer zugänglich?

Allerdings bieten viele Edelmetallhändler ihren Kunden auch Schließfächer zur Unterbringung der dort gekauften Münzen oder Barren an. Diese befinden sich meist im hauseigenen Tresorraum des Ladenlokals. Kunden, die Anlageprodukte bestellt haben, können die Ware direkt in den Tresor liefern lassen. Darüber hinaus erhalten Kunden auch während des Lockdowns Zutritt zu ihren Schließfächern.

Dies ist aktuell allerdings nur nach Vereinbarung und Terminbestätigung möglich. Außerdem gelten strenge Hygienebedingungen, wie zum Beispiel das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes sowie eine Personenbegrenzung.

Fazit: Kunden können weiterhin auf guten Service zählen!

Im Gegensatz zum Frühjahr ist der Edelmetallhandel auf die aktuelle Schließung der Ladengeschäfte wesentlich besser vorbereitet. Viele Händler haben inzwischen in eine fortschrittliche Bestell- und Versandlogistik investiert und können Anlegern und Sammlern weiterhin einen guten Service bieten. Lediglich das anonyme Tafelgeschäft und die Abholung bestellter Ware ist nicht möglich. Dafür bekommen Kunden ihre Münzen oder Barren direkt nach Hause geliefert. So lassen sich Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen bestmöglich umsetzen.

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