Goldbarren und Silberbarren – die Alternative zu Münzen

Seit mehr als 4.000 Jahren werden Edelmetalle in Barren gegossen
Goldbarren und Silberbarren – die Alternative zu Münzen

Viele Investoren bevorzugen heute Gold- oder Silbermünzen als Anlageprodukte. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe, die in der Aufbewahrung, der Optik oder dem Wiederverkaufswert liegen. Doch auch Barren aus Gold oder Silber sind beliebt und haben Vorteile gegenüber den Rundmetallen. Insbesondere wenn es sich um reine Bullionware handelt, sprich um Edelmetalle, die ausschließlich zur Kapitalanlage dienen. Dabei haben speziell Goldbarren eine lange Historie, die sogar weiter zurückreicht als jene der geprägten Goldmünzen. Unser Beitrag erzählt die Geschichte der Edelmetallbarren und stellt Ihnen beliebte Anlagebarren der Neuzeit vor.

Gegossene Barren aus Bronze, Gold, Kupfer, Silber oder Zinn waren schon in der Frühgeschichte der Menschheit bekannt. Dies belegen entsprechende Funde aus dem zweiten Jahrtausend vor Christus. Wobei die Gussteile zu dieser Zeit noch nicht die klassische Rechteckform besaßen, sondern oft Formen aus der Tierwelt nachempfunden waren und offenporige Oberflächen aufwiesen. Sie galten als begehrte Handelsware, die sich verhältnismäßig leicht transportieren und jederzeit wieder einschmelzen ließ. Je nach Metall wurden die Barren zur Herstellung von Waffen, Figuren oder Denkmälern genutzt. Kupfer und Bronze konnten auch ohne Schmelzvorgang durch mechanisches Zerteilen und anschließendes Schmieden verarbeitet werden.

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Auch als Zahlungsmittel kamen Edelmetallbarren seit etwa 2000 v. Chr. zum Einsatz. Besonderes Augenmerk lag dabei auf den wertvolleren Metallen, wie Gold und Silber. Daran hat sich bis heute nichts geändert, wenngleich die Edelmetalle durch die Einführung des Papiergelds nach und nach an Bedeutung als offizielles Zahlungsmittel verloren haben.

In Europa hielt das Papiergeld erst Ende des 13. Jahrhunderts Einzug. Münzgeld und Barren hatten jedoch noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg eine Deckungsfunktion für das Papiervermögen. In den Tresoren der Zentralbanken sind sie aber weiterhin als Wertspeicher zu finden.

Heute werden Barren aus Gold und Silber in erster Linie für den Anlage- und Sammlermarkt in eher handlichen Stückelungen hergestellt. Man unterscheidet dabei zwischen gegossenen und gestanzten Barren. Üblicherweise werden Größen bis 100 Gramm gestanzt, respektive geprägt, weshalb sie auch als Prägebarren bezeichnet werden. Diese Technik, die ebenfalls bei Münzen zum Einsatz kommt, ermöglicht feine und glänzende Oberflächen, wodurch beispielsweise Motive eleganter wirken. Barren über 250 Gramm werden überwiegend gegossen und weisen eine gröbere Optik mit abgerundeten Kanten auf. Die Oberfläche der Gussbarren ist meist matt gehalten.

LBMA-Zertifizierung für Qualität und Echtheit

goldbarren-und-silberbarren-die-alternative-zu-münzen Goldbarren gelten als Wertprodukte, die auf der ganzen Welt anerkannt sind und praktisch überall gegen Bargeld eingetauscht werden können. Ideale Voraussetzung dafür ist die genormte Zertifizierung. Definiert wird der Standard von der London Bullion Market Association (LBMA). Zugelassen sind nur Goldbarren, die dem sogenannten »Good Delivery Standard« entsprechen und über eine hohe Feinheit von mindestens 995/1000 verfügen. Häufig bestehen zertifizierte Barren heute bereits aus reinem Gold, erkennbar am aufgeprägten Feingehalt von 999,9 Tausendstel. Darüber hinaus sind Gewicht und Abmessungen genau definiert.

Um das begehrte LBMA-Zertifikat zu erhalten, müssen sie zudem von Unternehmen hergestellt sein, die hohe Auflagen erfüllen. Dazu zählen unter anderem ein jährliches Mindest-Produktionsvolumen, ein hoher Vermögenswert und eine mehrjährige Markttätigkeit. Zertifizierte Goldbarren weisen folgende Markierungen auf: Seriennummer, Hersteller-Prüfnummer, vierstelliger Feingehalt und das Herstellungsjahr.

Ganz ähnlich verhält es sich bei Silberbarren. Der LBMA-Standard gibt auch beim weißen Edelmetall Gewicht und Maße vor, die nur geringfügig abweichen dürfen. Der Feingehalt muss mindestens 999/1000 betragen. Zertifizierte Barren aus Silber tragen ebenfalls die Wert- und Herstellungsangaben. Für die Bewertung von Platinbarren oder Palladiumbarren ist der London Platinum and Palladium Market (LPPM) verantwortlich.

Beliebte Goldbarren und Schokolade aus Metall

Goldbarren sind in unterschiedlichen Stückelungen von 0,5 Gramm bis 1 Kilogramm und von 1/10 bis 10 Unzen erhältlich. Je höher das Gewicht, desto geringer ist der Aufpreis. Damit werden Handelsaufschläge bezeichnet, die den reinen Goldwert übersteigen. Beliebt sind Goldbarren zu 100 Gramm oder zu einer Feinunze. Diese Größen bieten ein ausgewogenes Preis-/Leistungsverhältnis, denn das Aufgeld ist im Verhältnis zur Anlagesumme günstig.

Neben den klassischen Barren aus Gold sind ebenfalls Tafelbarren und Münzbarren erhältlich. Goldtafelbarren sind eine deutsche Erfindung und besitzen die Optik einer Schokoladentafel. Sie verfügen über Sollbruchstellen, wodurch sich einzelne Stückchen herausbrechen und bei Bedarf verkaufen lassen. Die Goldtafeln sind im Verbund von mehreren Teilen zu 0,5 oder 1 Gramm erhältlich, sowie zu 1/10 Unze.

Dagegen gelten Goldmünzbarren als Münzen, da sie einen aufgeprägten Nennwert besitzen, wodurch sie offizielles Zahlungsmittel des Ausgabelandes sind. Häufig verfügen die rechteckigen Goldstücke über eine eingeprägte Münze oder sind aufwendig gestaltet, wie beim Dragon Rectangular der australischen Prägestätte Perth Mint.

 

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Beliebte Silberbarren und ihre Anlageformen

Klassische Silberbarren werden in Einheiten von 1 Gramm bis 15 Kilogramm angeboten sowie von 1/2 bis 100 Unzen. Im Fokus von Investoren stehen Barren zu 1 Kilogramm, 250 und 100 Gramm und zu einer Silberunze. Diese Stückelungen lassen sich einfach handhaben und stellen ein überschaubares Investitionsvolumen dar. Für Privatanleger ist bei Silberbarren allerdings zu beachten, dass Silberbarren stets dem vollen Mehrwertsteuersatz von 19% unterliegen und nicht differenzbesteuert angeboten werden können, was sie ggü. Silbermünzen zur Anlage preislich unattraktiver macht.

Für Kleinanleger, Großinvestoren oder Sammler sind zudem weitere interessante Bullionprodukte aus Silber in Barrenform verfügbar. In eleganter Optik präsentieren sich die Silber-Münzbarren, die mit attraktiven Motiven aufwarten, wie zum Beispiel Eule von Athen oder Cook Island. Sie besitzen einen aufgeprägten Nennwert und sind gesetzliches Zahlungsmittel. Ein weiteres Produkt sind Silber-Münztafeln, wie MapleFlex aus der Maple Leaf-Serie, die verschiedene Stückelungen in einer Bruchtafel enthalten und ebenfalls rechtmäßiges Geldmittel sind. Silber-Tafelbarren mit Sollbruchstellen komplettieren das vielfältige Barrenangebot.

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Fazit: Es müssen nicht immer Münzen sein. Der Anlagemarkt hält ein breites Sortiment an Goldbarren und Silberbarren bereit. Die unterschiedlichen Produkte und ihre Einheiten erlauben beliebige Investitionssummen, die Einsteigern und Profis gleichermaßen gerecht werden. Zu beachten gibt es eigentlich nur eines: Wer auf der sicheren Seite sein will, sollte nach Produkten Ausschau halten, deren Hersteller eine LBMA-Zertifizierung besitzen. Denn der Standard steht international für Echtheit und Qualität.

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