Steigen Gold und Silber 2021? – Ein Jahresrück- und Ausblick

Kapitalanleger konnten im ersten Corona-Jahr profitieren, während die Wirtschaftsleistung sank – vorausgesetzt, sie hatten auf die richtigen Produkte gesetzt. Bringt die Impfung das ersehnte Pandemie-Ende und was bedeutet dies für die Edelmetallkurse?
Steigen Gold und Silber 2021? – Ein Jahresrück- und Ausblick

Ein wahrhaft historisches Krisenjahr liegt hinter den Investoren. Die Entscheidung, auf welches Produkt sie in der Corona-Krise setzen sollten, war besonders schwer, denn Erfolg oder Misserfolg lagen eng beieinander. Wer in der Eurozone zum Beispiel auf den britischen Aktienindex FTSE baute, verlor 2020 rund 18 Prozentpunkte. Besser erging es Kapitalanlegern mit dem Deutschen Leitindex DAX, der ein Plus von etwa vier Hundertstel verzeichnete. Richtig fein raus waren jene Investoren, die sich auf die Kryptowährung Bitcoin konzentrierten. Satte 350 Prozent konnten sie als Gewinn verbuchen. Bei den Edelmetallen in Euro schoss Silber mit einem Plus von 35 Zählern den Vogel ab. Nicht ganz so erfolgreich beendete der Goldpreis mit einer Rendite von knapp 14 Prozent das Jahr. Dicht auf den Fersen folgte Palladium mit etwas über 13 Teilen, während Platin abgeschlagen auf dem letzten Rang bei weniger als zwei Pluspunkten abschloss.

Silber startete im Januar 2020 schwach und beendet das Jahr mit einem Plus von 35 %:

Alle Edelmetalle beendeten 2020 also deutlich in der Gewinnerzone – ganz im Gegensatz zur Wirtschaft in Deutschland und weltweit. Viele Branchen verzeichneten desolate Einbußen. Experten des Internationalen Währungsfonds (IWF) sehen einen Rückgang von 8,3 Prozent in der Eurozone. Damit übersteigt das zurückliegende Jahr sogar noch die Defizite der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 und geht mit den höchsten Verlusten seit dem Zweiten Weltkrieg in die Geschichte ein.

Kommt das Ende der Corona-Krise 2021?

Verantwortlich dafür sind die finanzpolitischen Stabilisierungsmaßnahmen, welche die Verluste aus der Viruspandemie auffangen sollten. Allein in Deutschland wurde 2020 ein Rettungspaket in Höhe von rund 156 Milliarden Euro zur Bewältigung der Corona-Krise geschnürt – die berühmte »Bazooka« von Finanzminister Olaf Scholz. Für 2021 kommt eine geplante Neuverschuldung von knapp 180 Milliarden dazu. Neben den Corona-Hilfen für Unternehmen entfällt ein Teil der Staatsschulden ebenfalls auf die Beschaffung des Impfstoffs sowie auf die damit verbundenen Prozesse. Diese sollen die Corona-Pandemie endlich eindämmen und für eine schrittweise Rückkehr zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Normalität sorgen.

Jedenfalls stellt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eine Impfmöglichkeit für alle Impfwilligen spätestens im zweiten Quartal in Aussicht. Für eine wirkungsvolle Virusbekämpfung im eigenen Land ist jedoch eine hohe Quote von rund 60 Prozent erforderlich. Die rasche Eindämmung der Corona-Krise und damit eine nachhaltige Stabilisierung der Wirtschaft ist demnach zumindest teilweise von der Impfbereitschaft der Deutschen abhängig – sowie von der Wirksamkeit des Serums.

Doch bis sich unsere Wirtschaft von dem erlittenen Schock erholt, werden noch einige Jahrzehnte vergehen. So steht die Schuldenuhr in Deutschland auch dank Corona bei insgesamt mehr als 2,2 Billionen Euro und liegt im Schuldenranking der Europäischen Union (EU) auf dem dritten Platz hinter Frankreich und Italien.

Gold und Silber als wirksamer Inflationsschutz

Während also die Finanzmärkte im Gegensatz zur Realwirtschaft auftrumpfen, sehen Finanzexperten genau hierin eine Gefahr. Denn durch die astronomischen Dimensionen der Rettungspolitik könnten die Inflationsraten der überschuldeten Weltwirtschaft steigen. Dies würde einen allgemeinen Preisanstieg nach sich ziehen, bei gleichzeitig schrumpfender Kaufkraft durch Niedrig- oder Negativzinsen. Dabei ist es fast nebensächlich, ob Produkte teurer werden oder das Geld an Wert verliert.

Eine Geldentwertung trifft insbesondere Sparer und Menschen mit Guthaben auf der Bank, während Schuldner oder Kreditnehmer profitieren, da ebenfalls der Schuldenberg schmilzt. Dem Verlust können Vermögende durch eine Investition in Sachwerte entgegenwirken. Neben Immobilien oder Aktien empfehlen sich hierfür insbesondere Edelmetalle wie Goldmünzen, Goldbarren, Silbermünzen oder Silberbarren. Diese Bullionprodukte haben sich speziell in Krisenzeiten immer wieder bewährt, weil sie nie ganz ihren Wert verlieren können. Insbesondere Gold stellt einen sehr guten Inflationsschutz dar. Das zeigte sich eindrucksvoll während der Dotcom-Spekulationsblase 2000 der Griechenlandkrise ab 2010 oder den zähen Brexit-Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU.

Zuletzt bewiesen Gold und Silber während der Corona-Krise ihre Stärke. Nach heftigen Abstürzen im März 2020 erlebten beide Edelmetalle einen enormen Aufschwung. Gold erzielte im August mit 1.737 Euro für eine Feinunze (31,103 Gramm) sogar einen neuen absoluten Höchststand.

Die Entwicklung des Goldpreises zwischen Januar und Dezember 2020:

Wohin geht die Edelmetall-Reise 2021?

Stark verschuldete Staatskassen, eine drohende Inflation, dazu weiter steigende Kurzarbeiter- und Arbeitslosenzahlen lassen wenig Vertrauen in eine schnelle Entschuldung aufkommen. Auch lässt das tatsächliche Ende der Pandemie wohl noch einige Zeit auf sich warten. Bei Edelmetallen, allen voran Gold und Silber bedeutet dies eine weiter zunehmende Attraktivität für Kapitalanleger. Finanzexperten gehen daher davon aus, dass der Goldpreis 2021 kontinuierlich ansteigen wird und damit seinem Ruf als Vermögensspeicher und Absicherung gegen extreme Risiken einmal mehr gerecht wird.

Großes erwarten sie zudem vom kleinen Bruder Silber, das über das Krisenjahr 2020 hinweg auftrumpfen konnte. Lag die Gold-Silber-Ratio im Frühjahr noch bei einer Kennzahl von 123 so beläuft sich das Preisverhältnis zwischen beiden Edelmetallen aktuell nur noch auf einem Wert von 71. Ein Grund dafür liegt in der starken Nachfrage durch Anleger. Denn Silber gilt nachweislich als ältestes und bedeutsamstes Geldmetall der Historie und ist darüber hinaus ein gefragter Industrierohstoff, der in vielen Produktionsbereichen zum Einsatz kommt. Das schafft Vertrauen unter den Investoren. Branchenexperten rechnen zukünftig überdies mit einem verstärkten Angebotsdefizit beim Weißmetall. Schließlich bestimmen Angebot und Nachfrage den Silberpreis.

Fazit: Gold und Silber stellen weiter eine sichere Bank dar!

Edelmetalle haben keinen Millimeter ihres Status als Krisenwährung eingebüßt. Das gilt für Gold gleichermaßen wie für Silber, das zum Jahresende renditewirksam die Nase vorn hatte. Deshalb empfehlen Finanzberatern ihren Kunden auch weiterhin, etwa 10 bis 15 Prozent des investierbaren Vermögens in Edelmetalle anzulegen. Das gilt selbstverständlich ebenfalls für fachkundige Sammler mit den richtigen Produkten.

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