Gold und Silber im Bankschließfach lagern hat Vor- und Nachteile

Eine Alternative zur Lagerung von Gold und anderen Edelmetallen zu Hause stellen Bankschließfächer dar. Wir klären die Fragen: Wie sicher sind Banksafes, welche Gebühren fallen an und lässt sich der Inhalt versichern? Müssen die Werte angegeben werden?
Gold und Silber im Bankschließfach lagern hat Vor- und Nachteile

Der Kauf von Gold, Silber, Platin oder Palladium stellt für viele Anleger eine flexible Investition in die Zukunft dar. Insbesondere in Krisenzeiten wie der Corona-Pandemie oder im Ukraine-Krieg haben sich Edelmetalle immer wieder zur Sicherung des Vermögens bewährt. Doch je nach Menge und Metall kommt schnell ein hoher Wert zusammen, der geschützt untergebracht werden muss. Das Erdversteck im Garten oder der Möbeltresor ist oft unzureichend gesichert oder erreicht bald die Kapazitätsgrenzen. Eine Alternative stellen Bankschließfächer dar, die gleichermaßen Vor- und Nachteile bei der Lagerung von Edelmetallen besitzen.

Der größte Vorteil von Schließfächern bei der Hausbank liegt auf der Hand: Sie bieten einen wirksamen Schutz vor einem Einbruchdiebstahl. Die Tresoranlagen befinden sich meist in einem gepanzerten Bereich des Bankgebäudes, zum Beispiel im Kellergeschoss. Zutritt zum Tresorraum haben nur autorisierte Mitarbeiter des Kreditinstituts und Kunden, die ein Schließfach gemietet haben. In der Regel sind die einzelnen Fächer durch ein mehrteiliges Sicherheitssystem verschlossen. Der Zugriff ist über Schlüssel oder Codes während der Bank-Öffnungszeiten möglich. Moderne Sicherheitsanlagen bieten auch eine Nutzung rund um die Uhr mit Karte und Pin an.

Nicht jede Bank bietet Schließfächer an

Viele Banken bieten Schließfächer zur Unterbringung von Wertgegenständen an. Doch es gibt auch Ausnahmen. Zum Beispiel müssen Postbankkunden zur Konkurrenz gehen. Oft können lediglich die eigenen Kunden eines Geldinstituts ein Bankfach mieten. Fremdkunden bleibt dann nur die Möglichkeit, ein Konto zu eröffnen, von welchem ebenfalls die monatlichen oder jährlichen Gebühren eingezogen werden.

Zudem lohnt es sich, Preise zu vergleichen. Unter Umständen kann es trotz Kontoeröffnung und Kontoführungsgebühren unter dem Strich günstiger sein, ein Schließfach bei einer Fremdbank zu mieten. Das gilt ebenfalls für die Versicherungsleistungen. Nicht in jeder Miete ist auch eine Versicherung enthalten oder diese umfasst nur Basisleistungen.

Klassische Postfächer zum Empfang von Briefen und Päckchen sind nicht zur Unterbringung von Gold oder Silber geeignet!

Wie groß sind Bankschließfächer und was kosten sie?

Die Größe eines Schließfachs richtet sich in erster Linie nach dem Bedarf. Sollen Gold und andere Edelmetalle von großer Wertdichte gelagert werden, kann das Fach deutlich kleiner ausfallen als bei kleinteiligen Stückelungen. Das Volumen der Bankschließfächer variiert von Anbieter zu Anbieter zwischen 3 und 200 Litern. Üblich ist eine Größe von etwa vier Litern (30 x 25 x 5 cm). Allerdings gibt es häufig Gewichtslimitierungen.

Zum Vergleich: Eine Masterbox Krügerrand-Silbermünzen mit 25 Tuben oder insgesamt 500 1-Unzen-Münzen hat ein Gewicht von knapp 16 Kilogramm und einen Wert von etwa 12.000 Euro (Stand März 2022). Allerdings passt die komplette etwa 10 Zentimeter hohe Box nicht in die meisten kleineren Standardschließfachmaße. Dazu müssten die Tuben ausgepackt und einzeln eingelegt werden. Für den gleichen Betrag erhalten Anleger derzeit etwa sechs bis sieben Gold-Krügerränder zu 1 Unze, die zusammen jedoch nur 270 Gramm wiegen. Ihre Unterbringung gestaltet sich denkbar einfach.

Ebenso unterschiedlich sind die Kosten. In aller Regel muss die Jahresmiete im Voraus gezahlt werden. Kurzzeitmieten werden eher selten angeboten. Für ein kleines bis mittelgroßes Fach fallen jährliche Gebühren in Höhe von 30 bis 75 Euro an. Weitere Kosten können durch Eröffnungsgebühren und Versicherungsleistungen entstehen.

Sind die Edelmetalle im Schließfach versichert?

Je nach Bank und Angebot ist bereits eine Versicherung in der Schließfachmiete enthalten. Sie deckt Schäden ab, die durch Raub oder Feuer entstehen. Andere Elementarschäden sind häufig nicht eingeschlossen. Vielfach bieten Banken auch Zusatzversicherungen für den Schließfachinhalt an. Meist liegt die Obergrenze jedoch bei 100.000 Euro Versicherungssumme oder deutlich darunter. Es lohnt zudem ein Blick in die Police der eignen Hausratversicherung, denn diese schließt häufig auch Wertgegenstände ein, die in Bankschließfächern deponiert sind. Ist der Zusatz nicht im Vertrag enthalten, lässt sich die Leistung unter Umständen dazu buchen.

Ob Hausrat- oder Bankversicherung, im Schadenfall zahlt die Gesellschaft nur, wenn der Besitzer des Bankschließfachs seine Werte nachweisen kann. Dazu eignen sich Kaufbelege, eine Inventarliste und Fotos. Diese Dokumente müssen übrigens nicht bei der Bank hinterlegt werden. Es empfiehlt sich jedoch eine gesonderte Aufbewahrung – nicht zusammen mit den Edelmetallen.

Wer erhält Kenntnis vom Schließfachinhalt?

Die Einlagerung von Goldbarren, Silbermünzen und anderen Wertgegenständen im Bankschließfach erfolgt diskret. Nur der Mieter selbst hat Kenntnis vom Inhalt. Es besteht keine Verpflichtung zur Bekanntgabe und der Anbieter fordert auch nicht dazu auf. Genauso wenig müssen die Werte staatlichen Institutionen gegenüber gemeldet werden. Banken sind jedoch verpflichtet, Behörden auf Anfrage über die Existenz eines Schließfachs zu informieren. Bei einer Insolvenz des Mieters erhält der Insolvenzverwalter Zugriff auf das Schließfach und der Inhalt fließt in die Konkursmasse ein.

Alternativen zum Bankschließfach

Schließfächer für Wertgegenstände werden auch von privaten Sicherungsunternehmen angeboten. Diese können sich im In- und Ausland befinden. Beliebt zur diskreten und bankenunabhängigen Unterbringung von Edelmetallen sind Lagerstätten in Nicht-EU-Staaten wie zum Beispiel die Schweiz. Die Anbieter geben keine Informationen über ihre Kunden an staatliche Stellen weiter. Darüber hinaus bieten viele Edelmetallhändler auch hierzulande sichere Unterbringungsmöglichkeiten außerhalb des Bankensystems an.

Fazit: Angebote vergleichen und auf die Details achten

Für Anleger, die ihre Edelmetalle nicht zu Hause lagern können oder wollen, stellen Bankschließfächer eine echte Alternative dar. Es lohnt sich jedoch, die Angebote zu vergleichen und insbesondere auf die Details im Versicherungsvertrag zu achten. Dadurch lässt sich nicht nur viel Geld sparen, sondern im Ernstfall hält sich der Verlust in Grenzen.

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