10 Tipps für die Goldanlage
Nach einem monatelangen Aufwärtstrend mit vielen neuen Allzeithochs befindet sich der Goldpreis aktuell in einer Abwärtsphase. Für Anleger und Einsteiger in den Edelmetallmarkt ergibt sich dadurch die Chance, Gold zu günstigeren Preisen zu erwerben und die Kollektion aufzustocken. Die Investition in Edelmetalle ist insbesondere für langfristige Anleger geeignet. Gold gilt allgemein als beständiger Inflationsschutz, der auch in Krisenzeiten seine Kaufkraft behält. Überdies senkt es das Gesamtrisiko in einem Portfolio mit unterschiedlichen Anlagearten. Hier sind einige Tipps von Experten für die Vermögensanlage mit Gold.
1. Gold zum richtigen Zeitpunkt kaufen
Der Preis für eine Feinunze Gold zu 31,103 Gramm wird täglich an den internationalen Börsen bestimmt. Dadurch ändert sich der Goldpreis ständig. Da er auf Angebot und Nachfrage basiert, ist der Preis mal höher oder niedriger. Experten raten dazu, Gold überwiegend bei günstigeren, fallenden Kursen zu kaufen und dazu den Spotkurs zu beobachten (siehe nachfolgend). Der wiederholte Kauf kleinerer Mengen hilft dabei, die Kursschwankungen besser auszugleichen.
Goldpreis Chart - Gold-Spotkurs
Wählen Sie den gewünschten Zeitraum aus:
2. Die optimale Menge Edelmetall im Portfolio
Bei der Frage nach dem optimalen Anteil von Gold oder anderen Edelmetallen sind sich die Experten uneins. Allgemein wird empfohlen, etwa 5 bis 15 Prozent des investierbaren Kapitals in physischem Gold anzulegen. Als Faustregel lässt sich jedoch sagen: Je höher das Risiko der übrigen Anlageklassen (Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Immobilien, etc.) desto höher sollte auch der Anteil von Gold ausfallen. Denn das Edelmetall eignet sich gut zur Diversifizierung und sichert das Portfolio ab.
3. Nur echt ist auch echt!
Wer in Edelmetalle investiert, sollte darauf achten, nur Echtgold oder Echtsilber von hoher Reinheit zu erwerben. Insbesondere bei beliebten Münzen werden vielfach Fälschungen zu etwas günstigeren Preisen angeboten. Diese verfügen jedoch bestenfalls über eine sehr dünne Goldauflage und sind praktisch wertlos. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Fälschungen fast nicht mehr von echten Produkten unterscheiden lassen. Sogar Profis müssen die Münzen teilweise aufwendigen Tests unterziehen, um Fakes zu entlarven. Käufer sollten daher davon Abstand nehmen, “günstige” Edelmetalle aus zweifelhaften Quellen zu erwerben. Münzen und Barren kauft man am besten im seriösen Edelmetallfachhandel, entweder vor Ort oder im Onlineshop.
4. Steuern auf Gold
Der große Vorteil beim Golderwerb ist, dass keine Mehrwertsteuer anfällt. Denn Münzen und Barren, die zu Anlagezwecken erhältlich sind, bleiben überwiegend steuerfrei. Das ist nicht nur in Deutschland so, sondern auch in vielen weiteren europäischen Ländern. Gold, das mindestens zwölf Monate gehalten wird, bleibt einkommensteuerfrei. Das bedeutet, dass Gewinne aus einem Verkauf nicht mehr versteuert werden müssen.
Anders verhält es sich bei weißen Edelmetallen wie Silber, Platin oder Palladium. Im Gegensatz zu Gold sind dies ebenfalls Metalle, die in der Industrie genutzt werden. Kauf und Verkauf von Münzen und Barren sind grundsätzlich mehrwertsteuerpflichtig, es sei denn, sie werden im Zollfreilager aufbewahrt.
5. Münzen und Barren kaufen
Ob Anleger in Münzen oder Barren investieren sollten, ist überwiegend eine Frage des Geschmacks. Münzen haben in aller Regel den Vorteil, dass sie über die schönere Optik verfügen – die allerdings auch ihren Preis hat. Im Gegensatz können die meist schlichteren Barren günstiger produziert werden, sodass sie bei gleichem Gewicht im Verhältnis gesehen mit geringeren Preisaufschlägen angeboten werden.
Viele Experten raten zu einem Mix aus Münzen und Barren. Insbesondere Goldmünzen sind sehr flexibel und bei Anlegern und Sammlern gleichermaßen beliebt. Stückelungen zu 1 Unze (31,103 Gramm) sind grundsätzlich sehr gefragt und werden weltweit gehandelt. Goldbarren stehen von 0,5 Gramm bis zu mehren Kilo zur Auswahl. Wobei 100-Gramm-Barren zu den meistverkauften zählen.
6. Bullionmünzen oder Sammlermünzen?
Wer Goldmünzen als Anlageware erwerben möchte, sollte seinen Fokus auf Bullionmünzen richten. Diese bestechen durch hohe Feingehalte von mindestens 995/1000 und sind meist in der Qualität Stempelglanz geprägt. Sie werden entweder in großen Stückzahlen oder sogar unlimitiert produziert. Zu den beliebtesten Bullionmünzen zählen American Eagle, Krügerrand, Maple Leaf oder Wiener Philharmoniker. Ihre Motive bleiben oft von Jahr zu Jahr gleich, lediglich das aufgeprägte Erscheinungsjahr ändert sich.
Sammlermünzen punkten durch ihre teils sehr aufwendigen, jährlich wechselnden Motive und werden oft auf polierter Platte geprägt. Ihre Auflage ist oft gering oder streng limitiert, um dem Sammlercharakter gerecht zu werden.
7. Die sichere und versicherte Aufbewahrung
Egal ob Bullionmünzen, Sammlermünzen oder Barren – die Edelmetalle stellen einen großen Wert da, der entsprechend geschützt werden sollte. Die Schublade in der Kommode ist als Lagerort nicht empfehlenswert. Bei einer Aufbewahrung zu Hause empfiehlt sich ein Wand- oder Möbeltresor, der professionell eingebaut ist. Alternativen dazu sind Bankschließfächer, Schließfächer bei privaten Lageranbietern oder beim Edelmetallhändler. Anleger sollten sich gleich bei der Schließfacheröffnung nach einer zugehörigen Versicherung erkundigen. Oftmals decken die Basisversicherungen nicht den vollständigen Wert ab. Auch die eigene Hausratversicherung übernimmt im Schadenfall oft nur einen Teil des Verlusts.
8. Anlagerisiken bei Gold
Physisches Gold ist Eigentum in Reinform. Anders als bei Aktien oder Anleihen handelt es sich nicht um eine Forderung Dritten gegenüber. Es gibt also kein Gegenparteirisiko, etwa durch Insolvenz, Betrug oder schlechtes Management. Andererseits wirft der Goldbesitz keine laufenden Erträge wie Zinsen oder Dividenden ab. Zwar schwankt der Goldpreis von Zeit zu Zeit und mit ihm der Wert der Kollektion, doch verliert Gold nie vollständig seine Kaufkraft, wie der Rückblick über viele Jahrhunderte zeigt. Der Vermögenswert Gold zeichnet sich durch seine langfristige Wertbeständigkeit und seine hohe Bonität aus. Er ist nahezu risikolos.
9. Weißmetalle als Alternative zu Gold
Statt Gold können Anleger auch in Silbermünzen oder Silberbarren sowie in Graumetalle investieren. Die Produkte sind im Rahmen des jeweiligen Edelmetallpreises für weniger Geld erhältlich. Andererseits erfordert das Investment in Weißmetalle in aller Regel ein größeres Lagervolumen. Bei Gold handelt es sich um das Edelmetall mit der größten Wertdichte.
Das folgende Diagramm gibt Auskunft darüber, wie viele Silberunzen gekauft werden müssen, um den Wert einer Goldunze zu erhalten:
10. Wann Gold verkaufen?
Münzen oder Barren lassen sich am besten verkaufen, wenn der Edelmetallpreis besonders hoch ist oder bei steigenden Kursen. Nach einer einjährigen Haltedauer ergeben sich jedoch Steuervorteile, da Gewinne aus dem Verkauf von Edelmetallen dann nicht mehr versteuert werden müssen. Diese Regelung betrifft Deutschland und die EU-Länder. Ebenso wie der Erwerb sollte auch die Veräußerung professionell abgewickelt werden. Die meisten Edelmetallfachhändler sind ebenfalls an einem Ankauf interessiert.
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