Bahnbrechendes Jahr für Gold: Rekordwerte in 2025 erreicht

In 2025 erreichte Gold mehr als 50 neue Allzeithochs, die Wertsteigerung umfasste 45 Prozent und die weltweite Nachfrage nach dem wertdichten Edelmetall kletterte angesichts gestiegener Kurse in astronomische Bereiche. Der WGC zieht Bilanz.
Bahnbrechendes Jahr für Gold: Rekordwerte in 2025 erreicht

In den aktuellen Gold Demand Trends blickt der World Gold Council auf das Jahr 2025 zurück und attestiert dem wertdichten Edelmetall gleich mehrere Weltrekorde. So erreichte der LBMA-Goldpreis 53 neue Allzeithochs. Gleichzeitig stieg das jährliche Goldangebot um einen Prozentpunkt mit einem Rekordwert von 3.672 Tonnen in der Minenproduktion. Die Goldnachfrage schloss das Jahr in seinem 4. Quartal mit 1.303 Tonnen ab – die höchste jemals in einem Vierteljahr gemessene Nachfrage. “Sicherer Hafen” und “Diversifizierung” waren die bestimmenden Themen 2025. Auch für das Jahr 2026 erwartet der WGC erneut starke Zuflüsse in Gold-ETFs sowie eine erhöhte Nachfrage nach Goldbarren und Goldmünzen durch Zentralbanken und private Käufer.

Der Wertzuwachs von Gold machte laut Erhebungen des World Gold Councils (WGC) global gesehen ein Plus von 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr aus, was 555 Milliarden US-Dollar entspricht. Dabei wurde das Gesamtwachstum der Nachfrage durch eine gesteigerte Investitionstätigkeit angetrieben. So wuchsen die weltweiten Gold-ETF-Bestände um 801 Tonnen an. Hierbei handelt es sich um das zweitstärkste Ergebnis seit Beginn der Aufzeichnungen. Zugleich beschleunigten sich die Käufe von Münzen und Barren und erreichten einen neuen Höchststand nach zwölf Jahren.

Große Investitionsbereitschaft in Europa

War die europäische Investitionsbereitschaft bisher eher verhalten, verbesserte sich die Nachfrage nach Goldbarren und Goldmünzen deutlich. Insbesondre in Marktgesprächen ermittelte der WGC eine robuste Nachfrage, was den außerbörslichen Goldhandel (OTC) betrifft. Darüber hinaus stachen chinesische Gold-ETFs hervor, die sich gut positionieren konnten. Entgegen dem allgemeinen Trend und den Erwartungen des WGC gingen jedoch COMEX-Gold-Futures um 173 Tonnen zurück. Laut der Analysten könnte dieser Rückgang auf eine strategische Verlagerung zugunsten von physischen Beständen hindeuten.

Die Nachfrage nach physischen Barren und Münzen überstieg in Europa mit 323,42 Unzen sogar noch die Nachfrage in den USA (251,20 oz).

Der Wert der gesamten jährlichen Goldinvestitionen hat sich nach WGC-Angaben bis 2025 mehr als verdoppelt und erreicht eine Summe von 240 Milliarden US-Dollar. Dabei blieben sichere Anlagen und Diversifizierungsfaktoren die wichtigsten Treiber. Weiterhin spielen geopolitische und geoökonomische Risiken wichtige Rollen, ebenso wie die Schwäche des US-Dollars, überhöhte Aktienbewertungen und die Erwartung niedriger Zinsen.

Ein leichter Preisrückgang im Oktober 2025 bot Anlegern die Möglichkeit, Gold zu niedrigeren Kursen zu erwerben. Dadurch kamen Investitionen von 1.141 Tonnen an ETF-Käufen sowie physischen Barren und Münzen. Beobachtet wurden verschiedene Anlegergruppen, wie vermögende Privatkunden und institutionelle Investoren, die typischerweise in den Kategorien OTC und Aktienhandel zu finden waren.

Die Investition in Barren und Münzen über den Edelmetallfachhandel erreichte 2025 mit 1.374,1 Tonnen Gold einen Mehrjahreshöchststand und einen Rekordwert von 154 Milliarden US-Dollar. Allein im vierten Quartal wurden 420 Tonnen nachgefragt. Mehr als die Hälfte davon stammte aus Indien und China. Dominierender Auslöser war mit Abstand der Anstieg des Goldpreises in allen Märkten.

Die Gold-Nachfrage im Investmentbereich verzeichnete in Europa ein Wachstum in allen vier Quartalen. Die Nachfrage war mit 124,1 Tonnen so hoch wie zuletzt 2022. Davon entfielen 44,8 Tonnen allein auf Deutschland. Zu den preisbezogenen Motiven kamen geopolitische Sorgen um sichere Anlagen hinzu.

Ankäufe der Zentralbanken blieben auf hohem Niveau

In 2025 kauften die Zentralbanken insgesamt 863 Tonnen Gold hinzu. Damit bleiben sie auf einem historisch hohen Niveau bei weltweiter Verbreitung. Gleichzeitig hatte sich das Tempo der Zukäufe zuletzt etwas verlangsamt, was mit dem rasanten Anstieg des Goldpreises zu tun haben dürfte. Größter Abnehmer war zum zweiten Mal in Folge die polnische Nationalbank, die 2025 weitere 102 Tonnen Gold hinzukaufte.

Die gestiegene Bewertung der Goldreserven dürften laut WGC zu einer vorsichtigeren Vorgehensweise geführt haben. Dies gibt Hinweise darauf, dass die Zentralbanken zwar die Goldpreisentwicklung berücksichtigen, was jedoch ihr langfristiges strategisches Interesse an Gold uneingeschränkt bestehen lässt. Eine starke Kaufaktivität wurde 2025 insbesondre bei den Großbanken der Schwellenländer beobachtet. Beispiele hierfür sind Kasachstan, Aserbaidschan oder Tschechien.

Goldpreis Chart - Gold-Spotkurs

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Nachfrage aus der Schmuckindustrie aufgrund der Rekordpreise rückläufig

Wenig verwunderlich ist der Nachfragerückgang von minus 19 Prozent aus der Schmuckverarbeitung. Dies war laut WGC angesichts der aufeinanderfolgenden Rekordpreise für Gold zu erwarten. Dennoch blieb die Stimmung gegenüber Goldschmuck weiterhin positiv, der weltweite Erwerb stieg um 18 Prozent auf 172 Milliarden US-Dollar.

Bevorzugt wurden überwiegend erschwingliche Stücke, wie zum Beispiel leichter Schmuck aus reinem Hartgold. Sie sprechen insbesondere jüngere Konsumenten an und sind gleichzeitig profitabel für den Einzelhandel. Darüber hinaus wurden auch hochpreisige Artikel, etwa massive traditionelle Goldstücke gekauft, die eher das Luxussegment repräsentieren. China hat mit der Mehrwertsteuerreform, einer schwächelnden Konjunktur und einem verspäteten chinesischen Neujahr (17. Februar 2026) zu kämpfen. Zu diesem Anlass wird traditionell viel Gold gekauft oder verschenkt.

Auch zukünftig dürften die Ausgaben für Schmuck weiterhin hoch bleiben, sofern keine wirtschaftlichen Schocks eintreten, so die Erwartungen des WGC.

KI-bezogene Anwendungen stützen Technologie-Nachfrage

Die Goldnachfrage aus dem Technologiesektor blieb im vierten Quartal 2025 mit 82 Tonnen weitgehend stabil, wodurch sich eine Gesamtjahresnachfrage von 323 Tonnen ergibt. Zwar verzeichnete die traditioneller Unterhaltungselektronik einen Nachfragerückgang, jedoch wurde die Nachfrage aus dem Bereich der KI-bezogener Elektronik stabilisiert. So trieb der allgemeine KI-Boom den Bedarf nach Gold in der Elektronik weiter an.

Doch der steigende Goldpreis setzt die Komponentenhersteller in allen Segmenten unter Druck. So würden Feldstudien auf eine verstärkte Forschung und Entwicklung im Bereich von Einsparung und Substitution von Gold hinweisen.

Fazit: Gold als strategisches Asset in 2026

Der World Gold Council ist der Ansicht, das Gold auch 2026 eine Schlüsselrolle als strategische Langzeitanlage einnimmt und ein fester Bestandteil eines gut diversifizierten Portfolios ist. Dabei spielt Gold seine positiven Eigenschaften als hochliquider Vermögenswert aus, der keine Verbindlichkeit darstellt und kein Kreditrisiko birgt. Zudem würde es seinen Wert historisch gesehen über die Zeit bewahren. Zusammengefasst dient Gold zur Erzielung langfristiger Renditen, es verbessert die Diversifizierung und stellt jederzeit eine Zahlungsfähigkeit bereit.

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