Fachvereinigung Edelmetalle zieht positive Bilanz für Gold und Silber

Die Preise für Silber und Gold zogen 2025 kräftig an. Verantwortlich dafür zeichnete eine starke Nachfrage von Investoren und der Industrie. Anlässlich ihrer Jahrespressekonferenz veröffentlichte die Fachvereinigung Edelmetalle aktuelle Zahlen.
Fachvereinigung Edelmetalle zieht positive Bilanz für Gold und Silber

In ihrer Jahrespressekonferenz zog die Fachvereinigung Edelmetalle eine positive Bilanz für die Entwicklung von Silber und Gold. Zentralbanken und Privatanleger würden gleichermaßen auf Bullionbarren und -münzen zur Vermögenssicherung setzen, was zu einer rasanten Nachfrage in 2025 geführt habe. Dadurch sei der Goldpreis um durchschnittlich 44 Prozent angestiegen, Auch Silber ist im vergangenen Jahr mit 145 Prozent mehr als doppelt so teuer geworden. Während Gold nahezu ausschließlich zu Anlagezwecken erworben wurde, begründet sich der Silberanstieg insbesondere durch die hohe Nachfrage aus der Industrie. Somit würde Gold strahlen und Silber glänzen.

Trotz zahlreicher Herausforderungen, zu den globale Krisen, volatile Lieferketten und gestiegener Finanzierungskosten zählen, habe sich die Edelmetallindustrie 2025 gut entwickelt, so die Organisation. “Edelmetalle sind mehr als die sicheren Häfen in wirtschaftlich unsicheren Zeiten”, erklärte York Alexander Tetzlaff, Geschäftsführer der Fachvereinigung Edelmetalle, anlässlich des 18. Jahrespressegesprächs des Branchenverbandes in der “Goldstadt” Pforzheim, Ende März 2026. “Während Gold besonders durch die Investment- und Schmucknachfrage geprägt ist, haben Silber und die Platinmetalle eine wichtige industrielle Funktion”, führte der Experte weiter aus. Sie fungieren als essenzielle Schlüsselprodukte für Digitalisierung, medizinischen Fortschritt, Umweltschutz und Energiewende. Damit sei die Edelmetallindustrie nicht nur Rohstofflieferant, sondern auch ein zentraler Baustein für die technologische Transformation in Europa. "Davon profitieren wir alle“, erläuterte Tetzlaff.

Fachvereinigung Edelmetalle als Ansprechpartner der Branche

Die Fachvereinigung Edelmetalle e. V. (FVEM) ist der zentrale Industrieverband und die Interessenvertretung der deutschen Edelmetallwirtschaft. Sie verbindet die Mitgliedsunternehmen aus Erzeugung und Verarbeitung mit Entscheidungsträgern, Partnern und der Öffentlichkeit. Eine zentrale Aufgabe der FVEM besteht darin, die Mitglieder über aktuelle zu zukünftige Themen der Branche zu informieren. Der Verband wurde 1948 in Pforzheim gegründet und hat derzeit 43 Mitgliederunternehmen mit ihren mehr als 7.000 Mitarbeitern. Dazu zählen renommierte Edelmetall-Scheideanstalten und Recyclingunternehmen aus ganz Deutschland. Die Unternehmensgruppen verteilen sich zudem auf die Automobilindustrie, Elektronik, erneuerbare Energien, Finanzindustrie, Medizintechnik sowie die Schmuck- und Uhrenverarbeitung.

Edelmetall-Recycling als wichtige Basis

“Außerdem betonen möchte ich das Edelmetall-Recycling als strukturelle Stärke”, so Tezlaff. Es sei die DNA der Branche. “Edelmetalle ermöglichen geschlossene Stoffkreisläufe mit großen CO2-Einsparungen gegenüber der Primärgewinnung ohne Qualitätsverlust.” Aktuell würden aber nur rund ein Drittel aller Elektroaltgeräte recycelt, weshalb das sogenannte “Urban Mining” gestärkt werden müsse. Zum Beispiel würden in deutschen Haushalten rund 195 Millionen Alt-Handys liegen. Dies entspräche 7 bis 7,3 Tonnen Gold, 50 bis 60 Tonnen Silber und 1,8 bis 2,2 Tonnen Palladium. “Dieser Schatz sollte gehoben werden”, erklärt Tetzlaff.

Auswirkungen von Geopolitik und Weltwirtschaft auf Edelmetalle

Das Jahr 2025 war nach Ansicht der FVEM-Experten von geopolitischen Tendenzen und einer Schwächung der regelbasierten Handelsordnung geprägt, welche die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen definierten. Dies erhöhte die Unsicherheit an den Finanz- und Rohstoffmärkten und sorgte für weltweite Verschiebungen bei Warenströmen und Nachfrage. “Die Edelmetallindustrie blieb in diesem Umfeld ein stabilisierender Faktor und profitierte teilweise von sicherheitsorientierten Kapitalbewegungen”, erklärte Franz-Josef Kron, Vorstandsvorsitzender/CEO, Agosi AG, Pforzheim.

Dabei verzeichnete die London Bullion Market Association (LBMA) 53 neue Allzeithochs bei Gold mit einem Jahresdurchschnittspreis von 3.431 US-Dollar. Der Marktwert erreichte mit einem Plus von 45 Prozent 555 Milliarden USD. Erstmals überschritt die Gesamtnachfrage die Marke von 5.000 Tonnen aufgrund von starken ETF-Zuflüssen, Goldbarren und Goldmünzen sowie Zentralbankkäufen – bei gleichzeitig moderater Angebotsseite.

Goldpreis Chart - Gold-Spotkurs

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Silber vermochte die positive Preisentwicklung von Gold 2025 sogar noch zu überflügeln. “Ähnlich wie beim Gold spielten hier Zollängste mit Blick auf die USA eine Rolle“, so Kron und ergänzte:”Es gab trotz ‘Thrifting-Tendenzen’, also der Verringerung des Silberanteils in der Produktion aufgrund der gestiegenen Preise, ein Allzeithoch bei der industriellen Nachfrage nach Silber und somit ein weiteres Jahr – das siebte Jahr in Folge – mit strukturellem Silberdefizit." Schließlich hätte die neue Einstufung von Silber als kritischen Rohstoff durch die USA im November 2025 zur Rekordentwicklung beigetragen. Chinas Exportbeschränkungen für Silber seit Anfang 2026 verstärkten diesen Effekt noch.

Silberpreis Chart - Silber-Spotkurs

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Entwicklung der Edelmetallmärkte

"Die weltweit gestiegenen Goldpreise führten im Jahr 2025 zu einem deutlichen Rückgang

der Nachfrage in der Schmuckindustrie: Diese sank um 18 Prozent auf insgesamt 1.542 Tonnen", erklärte Thomas Weiß, Geschäftsführer, Heimerle Meule GmbH, Pforzheim. So hätten ebenfalls die deutschen Hersteller eine schwächere Entwicklung verzeichnet.

Der Gesamtabsatz von 18-Karat-Legierungen etwa belief sich nur auf 41 Tonnen und lag dabei etwa zehn Prozent unter dem Vorjahresniveau. Diese Qualität wird insbesondere im High-End-Schmucksegment sowie von internationalen Luxusmarken eingesetzt. Auch andere Legierungen hätten laut Weiß Rückgänge verzeichnet.

Die hohen Edelmetallpreise hätten zudem zu einer Beschleunigung des Abwärtstrends im Dental-Bereich geführt. “Der Gesamtabsatz bei den edelmetallhaltigen Dentallegierungen war mit 872 kg im Jahr 2025 erstmals unter die Schwelle von einer Tonne gefallen, das entspricht einem Rückgang von 23 Prozent zum Vorjahr”, erläuterte Weiß. Im Gegensatz dazu hätten die produzierten Mengen 2020 und 2021 noch bei circa zwei Tonnen gelegen. “Die Etablierung und Weiterentwicklung hochmoderner Keramikverbundwerkstoffe in Verbindung mit immer weiter steigenden Edelmetallpreisen wird dafür sorgen, dass Edelmetallzahnersatz in Zukunft wohl gänzlich vom Markt verschwinden wird”, prognostiziert der Experte.

Dagegen verzeichneten physische Investmentprodukte 2025 ein regelrechtes Comeback. So stieg die Nachfrage nach Bullionware in Deutschland um 167 Prozent auf 44,8 Tonnen. “Die bereits im vierten Quartal 2024 spürbar zunehmende Unsicherheit über die wirtschaftlichen Folgen der US-Wahlen verstärkte sich zu Jahresbeginn 2025 weiter, führte Thomas Weiß aus.”Angesichts der schwer vorhersehbaren Zollpolitik der neuen US-Administration suchten

zahlreiche private wie institutionelle Anleger vermehrt Sicherheit im Anlagegut Gold." Dabei hätte das hohe Preisniveau dazu geführt, dass insbesondere kleinere Stückelungen verstärkt nachgefragt wurden. "Die globale Nachfrage wurde insbesondere durch ein starkes Interesse

der Zentralbanken aus China, Indien, Türkei und Polen geprägt." Den weltweit deutlichsten

Zuwachs hätten jedoch Exchange Traded Funds (ETFs) auf Gold verzeichnet, deren Nachfrage um 800 Tonnen anstieg.

Fazit: Positiver Ausblick der Edelmetallmärkte für 2026

Mit Blick auf das laufende Jahr 2026 rechnet die Fachvereinigung Edelmetalle weiter mit einer robusten Nachfrage nach Gold und Silber von Investmentseite sowie aus der Industrie. Insbesondere die Solarindustrie dürfte nach Ansicht der Experten aktuell eine entscheidende Rolle für die weltweite Silbernachfrage spielen. Zudem würde Silber dank seiner hervorragenden elektrischen Leitfähigkeit in der modernen Elektronik, der Batterietechnik und in Anwendungen der Elektromobilität weiter an Bedeutung gewinnen. Silber wird seine Funktion als Schlüsselmetall der Energiewende 2026 weiter festigen, resümierte die FVEM.

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