Goldvorkommen in Deutschland – ist Waschen erlaubt?

Schon kleinste Goldmengen haben ihren Wert. Das liegt an der hohen Wertdichte des glänzenden Edelmetalls. Zudem kommt es in der Erdkruste vor und kann aus Minen gefördert werden. Auch in Flüssen ist es zu finden, wie entsprechende Funde belegen.
Goldvorkommen in Deutschland – ist Waschen erlaubt?

Wer ans Goldsuchen denkt, hat spontan das Bild eines wettergegerbten Schatzsuchers im Fluss mit Schlapphut und Waschpfanne im Kopf. Die Szenerie stammt aus Australien, Nordamerika oder Südamerika. Und tatsächlich sind die legendären Goldsucher in diesen und weiteren Ländern der Erde unterwegs, um Goldstaub, Goldpartikel oder gar Goldnuggets zu finden. Doch nicht nur in den sonnenreichen Staaten gibt es natürliche Goldvorkommen. Mit etwas Glück ist Naturgold auch in Deutschland zu finden. Doch darf man seinen Fund einfach so mit nach Hause nehmen und behalten? Lässt sich das Gold verkaufen und was gibt es sonst noch zu beachten?

Eines vorweg: Wer denkt, jetzt auf Schatzsuche gehen zu können und reich zu werden, hat allzu romantische Vorstellungen vom Goldsuchen im Allgemeinen und hierzulande im Speziellen. Denn es gibt zwar Gold in Deutschland, doch die Mengen sind eher gering. Schlagzeilen machte zuletzt 2004 ein deutscher Senior, der an der thüringischen Schwarza ein neun Gramm schweres Nugget fand. Wert nach aktuellem Goldpreis: etwa 450 Euro. Doch solche Funde sind eher die Ausnahme. Bei der Goldsuche in Deutschland geht es vielmehr um das Abenteuer oder darum, mit der Familie oder Freunden einen Ausflug zu machen. Dabei kann das glänzende Edelmetall entweder auf eigene Faust gesucht werden oder über einen Goldwaschkurs.

Wo gibt es Gold in Deutschland?

Ertragreiche Stellen finden private Goldsucher hierzulande an den großen Flüssen, wie Elbe, Mosel, Isar, Inn oder Rhein. Doch auch Flüsschen und Bachläufe wie Aller, Eder, Göltzsch, Grümpen, Schwarza, Striegis oder Wietze sind unter Kennern zum Goldsuchen beliebt. In der Fachsprache heißt es Prospektieren nach nutzbaren Mineralien. Wobei es sich meist um sogenanntes Seifengold handelt, da es in strömungsarmen Bereichen, den Flussseifen liegt.

Somit sind die natürlichen Goldvorkommen insbesondere in der Mitte und im Süden von Deutschland zu finden, also in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen. Weiter nördlich kommt das wertvolle Edelmetall eher seltener vor.

Ist Suchen, Schürfen und Waschen überall erlaubt?

Also los gehts auf gut Glück ins Erzgebirge, die Oberpfalz, den Schwarzwald oder Bayerischen Wald? Weit gefehlt, denn so ein Ausflug zum Goldwaschen will gut vorbereitet sein. Längst nicht überall dort, wo Gold zu finden ist, darf man auch danach suchen. Es gibt zwar kein offizielles Gesetz, das Goldschürfen generell untersagt, doch sind die regionalen Bestimmungen zu beachten. Wer zum Beispiel in Naturschutzgebieten schürfen möchte, kann sich ganz schnell strafbar machen. Hier kann die Gemeinde oder Stadtverwaltung darüber Auskunft geben, was erlaubt ist und was nicht.

Auch außerhalb von Schutzzonen können sich Fluss oder Fläche im Privatbesitz befinden. Bei eindeutigen Besitzverhältnissen ist es rechtlich nicht gestattet, gefundenes Gold zu behalten. Ausflügler sollten sich daher zuvor danach erkundigen. Grundsätzlich ist es von Vorteil, gegenüber Behören oder Eigentümern den Ausflug in die Natur in den Vordergrund zu stellen. Wer vorgibt, in größerem Stil nach Bodenschätzen zu suchen, dem könnte der Zutritt von vorneherein verweigert werden.

Einfacher haben es private Goldsucher, wenn sie an einen professionellen Goldwaschkurs teilnehmen. Diese Exkurse werden von erfahrenen Goldwäschern geleitet, die genau wissen, wo es Gold gibt und wo es erlaubt ist, danach zu suchen. Die Anbieter erklären, wie es gemacht wird und an welchen Stellen die Chance auf einen Fund besteht. Insbesondere Einsteigern wird ein solcher Kurs empfohlen – auch, damit sich ein Erfolgserlebnis einstellt. Neben dem eigentlichen Goldsuchen und -waschen erfahren die Teilnehmer viel zur Historie und Bedeutung des Naturgoldes und zur rechtlichen Seite in der Region.

Welche Goldwasch-Ausrüstung wird benötigt?

Kursteilnehmer benötigen eigentlich nur Gummistiefel, damit sie sich im flachen Flusswasser aufhalten können. Die restliche Ausrüstung wird meist gestellt. Wer sich auf eigene Faust ins Goldsucher-Abenteuer stürzen möchte, benötigt zur wetterfesten oder wasserdichten Kleidung noch weitere Gegenstände. Dazu gehören Goldwaschpfanne (Sichertrog) oder Goldwaschrinne (für Profis), Schaufel oder Spaten, Sieb und Eimer, Pinzette, Lupe und einen kleinen Behälter zur Aufbewahrung.

Ein komplettes Goldschürfer-Set nebst ausführlicher Anleitung ist im Internet zum Beispiel bei Amazon oder eBay erhältlich. Der Anbieter »Abenteuer Schatzsuche« stellt sein Goldwasch-Set im Anwendungsvideo vor:

Darf man das gefundene Gold behalten?

Sofern das Gold nicht auf einer privaten Fläche gefunden wurde oder diese zum Gemeindebesitz zählt, darf der Goldsucher seinen Fund behalten. Vielerorts darf ohne Genehmigung nach Bodenschätzen gesucht werden, solange es sich nicht um eine groß angelegte Goldschürfaktion handelt. Es empfiehlt sich daher unbedingt vorher die rechtliche Seite mit den jeweils zuständigen Behörden oder Eigentümern abzuklären, damit es keine bösen Überraschungen gibt.

Lohnt sich der Verkauf von Naturgold?

Naturgold hat in Deutschland meist einen Feingehalt von 92 bis 99 Prozent. Zum Vergleich, die beliebte und bestbekannte Goldmünze Krügerrand hat einen Goldanteil von 91,67 Prozent. Der Rest besteht aus Kupfer. Dagegen weist der Gold Maple Leaf einen Feinwert von 999,9 Tausendstel auf, was reinem Gold entspricht. Standard bei Goldmünzen ist meist die Einheit zu einer Unze mit einem Durchmesser von circa 30 Millimeter. Das entspricht 31,103 Gramm. Damit haben sie einen Wert von etwa 1.750 Euro das Stück (Stand September 2022).

Flussgold ist überwiegend als Flitter zu höchstens zwei Milligramm oder als Körner mit bis zu 200 Milligramm zu finden. Nuggets sind eher selten. Sie beginnen bei etwa 200 Milligramm. Ihr Durchmesser liegt jedoch häufig unter einem Millimeter oder knapp darüber. Diese kleine Übersicht macht deutlich, dass private Goldsucher schon eine Menge Seifengold waschen müssen, um eine nennenswerte Goldmenge zu erhalten, die sich verkaufen lässt. Dennoch nehmen Goldankäufer in aller Regel auch Naturgold gegen ein Taschengeld an – nach einer entsprechenden Echtheitsprüfung. Generell stellen die kleineren oder größeren Goldfunde jedoch eher ein Andenken an das Abenteuer Goldsuche dar.

Fazit: Viel Spaß beim Goldschürfen!

Goldsuchen ist mitnichten ein Relikt aus der Vergangenheit. Es liegt auch hierzulande voll im Trend. Dabei steht allerdings der Ausflug oder der Aufenthalt in der Natur im Vordergrund. Reichtümer sind nicht zu erwarten. Wichtig ist eine gute Vorbereitung sowie die Abklärung der geografischen und rechtlichen Gegebenheiten. Mit einem Goldwaschkurs ist man auf der sicheren Seite, inklusive Erfolgserlebnis. Dann steht dem Spaß des Goldschürfens nichts mehr im Wege.

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