Deutsche Anleger setzen auf Gold: Privatvermögen verdoppelt

Eine aktuelle Studie der Reisebank AG belegt, dass der enorme Anstieg des Goldpreises das Privatvermögen deutscher Anleger verdoppelt hat. Gleichzeitig stellen Analysten ein steuerliches Unwissen rund um das Goldinvestment fest.
Deutsche Anleger setzen auf Gold: Privatvermögen verdoppelt

Der Wert von Gold in Euro hat in den zurückliegenden zwei Jahren um rund 56 Prozent zugenommen. Das hat dazu geführt, dass sich das Privatvermögen deutscher Anleger in Edelmetall mehr als verdoppelt hat. Der Wert beläuft sich nunmehr auf 1,4 Billionen Euro. Dies hat eine neue Auswertung der Reisebank-Goldstudie 2026 ergeben. Ursächlich hierfür sind jedoch nicht nur der stark gestiegene Goldpreis, sondern ebenfalls deutlich höhere Goldanteile als zuvor. Dennoch bestünden laut der Studie erhebliche Informationslücken, was die steuerlichen Regelungen rund um Kauf und Verkauf von Gold betreffen.

Die Studie »Goldinvestments 2026: Indikatoren, Motive und Einstellungen von Privatpersonen« hat ergeben, dass der Anteil von Goldanlagen des gesamten Vermögens deutscher Privathaushalte von 2,8 Prozent in 2024 auf nunmehr 6,1 Prozent angestiegen ist. Dabei würden insbesondere jüngere Anleger deutlich mehr Gold halten als ältere. Insgesamt umfassen deutsche Goldanlagen 9.173 Tonnen und markieren damit einen neuen Höchstwert innerhalb der zehnjährigen Studienreihe. Somit besitzen deutsche Privathaushalte fast dreimal so viel Gold wie die Deutsche Bundesbank, die 3.350 Tonnen hält. Gold wird als Schmuck, physische Anlage oder Wertpapier von 55 Prozent der Bundesbürger gehalten. Privatpersonen aus Deutschland besitzen etwa 10,7 Prozent des weltweiten Goldinvestments.

Deutschland ist ein Goldland

Das Goldvermögen der deutschen Privathaushalte zu Anlagezwecken beläuft sich 2026 auf 907 Milliarden Euro, was einem Plus von rund 540 Milliarden Euro gegenüber der letzten Erhebung aus 2024 entspricht. Damit sind einerseits physische Goldanlagen wie Goldbarren und Goldmünzen gemeint sowie andererseits goldbezogene Wertpapiere, wie etwa Gold-Terminkontrakte. Dazu addiert sich Goldschmuck im Wert von 532 Milliarden Euro sowie die Goldreserven der Deutschen Bundesbank in Höhe von 480 Milliarden Euro.

Im weltweiten Ranking der goldreichsten Länder liegt Deutschland weiterhin auf dem zweiten Rang mit 3.350 Tonnen hinter den USA (8.133 t) und vor dem Internationalen Währungsfonds IWF (2.814 t), Italien (2.452 t) und Frankreich (2.437 t). Das hat eine aktuelle Erhebung des World Gold Councils aus 2026 ergeben.

Goldpreis auf Rekordtour

Zwar hat der Goldpreis im Jahresverlauf 2026 wieder etwas an Wert verloren, doch bewegt sich der Spotkurs weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Zum Vergleich, im September 2024 kostete eine Feinunze Gold etwa 2.391 Euro. Anfang September 2026 lag der Preis bei knapp 4.000 Euro. Das historische Allzeithoch mit 4.457,35 Euro für 31,103 Gramm Gold wurde im März 2026 von der London Bullion Market Association (LBMA) ermittelt. Damit stieg der Wert deutscher Goldanlagen innerhalb von zur zwei Jahren auf mehr als 100 Prozent an.

Goldpreis Chart - Gold-Spotkurs

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Warum kaufen deutsche Privatanleger Gold?

Auf diese Frage gibt die Reisebankstudie eine klare Antwort: Inflationsschutz und Werterhalt sind mit Abstand die Hauptargumente für den Kauf von Gold. So gaben 39 Prozent der Befragten an, Gold als langfristige Kapitalanlage und Wertspeicher zu sehen. Rund 32 Prozent kaufen Gold gezielt als Schutz vor Inflation. Weiterhin zählen der Wunsch nach einem greifbaren Wert und die Ästhetik des Goldes als wichtige Kaufgründe. Die Erwartungen an Gold als Wertanlage sehen 92 Prozent als bestätigt. Was die Zukunft betrifft, sorgen sich mehr als 70 Prozent der Studienteilnehmer um eine weiter steigende Inflation.

“Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Gold hat sich als eine der stärksten Anlageklassen erwiesen”, resümiert Experte Torsten Krieger. “Wer frühzeitig investiert hat, profitiert heute von einem Wertzuwachs, der in dieser Geschwindigkeit kaum zu erwarten war. Dass Inflationsschutz und Wertzuwachs die beiden stärksten Kaufmotive der Deutschen sind, ist kein Zufall – Gold hat beides eingelöst”, so der Vorstandsvorsitzende der Reisebank AG.

Das Goldinvestment ist teurer geworden

Mit 15 Prozent verzeichnet das Goldinvestment 2026 einen leichten Rückgang von zwei Zählern zu 2024. Dies lässt sich laut Studienauswertung auf den deutlich gestiegenen Goldpreis und der damit einhergehenden gesunkenen Kaufbereitschaft erklären. Denn wer heutzutage Gold kaufen möchte, investiert deutlich mehr. So lagen 25 Prozent aller Kaufbeträge in 2024 über 2.500 Euro. In 2026 machte dieser Wert bereits 4.500 Euro aus.

Ein Blick in die Altersstruktur der Goldanleger zeigt, dass insbesondere die unter 34-Jährigen in einen deutlich höheren Goldanteil investiert haben als die über 45-Jährigen. Der Unterschied am Gesamtvermögen liegt bei über 20 Prozent zu unter 15 Prozent. Mit 87 Prozent hat ein Großteil der Befragten ihr Gold behalten. Dies wird als Signal für das anhaltende Vertrauen in die Werthaltigkeit des Edelmetalls gewertet.

Reisebankstudie ermittelt: Es liegt ein steuerliches Wissensgefälle vor

Bei aller Euphorie über die Wertsteigerungen von Goldanlagen zeigt die Studie eine erhebliche Informationslücke auf: So ist das steuerliche Wissen rund um Goldinvestments bei vielen Deutschen gering ausgeprägt. Vielen Anlegern ist etwa nicht bekannt, dass Gewinne aus dem Verkauf von physischem Gold in Deutschland nach einer Haltedauer von mindestens zwölf Monaten steuerfrei sind. Die Reisebank sieht in der Aufklärung über steuerliche Rahmenbedingungen eine wichtige Aufgabe.

Dazu Dr. Tilmann Gerhards, Vertriebsvorstand Reisebank AG: “Die Deutschen kaufen Gold vor allem, um sich vor Inflation zu schützen und vom Wertzuwachs zu profitieren – beides vollkommen nachvollziehbare Motive. Umso wichtiger ist es, dass sie auch wissen: Wer physisches Gold länger als ein Jahr hält, realisiert seinen Gewinn in Deutschland völlig steuerfrei. Dieses Wissen gehört zur Goldanlage dazu.”

Einen Überblick über Steuern bei Edelmetallen finden Sie auch in unserem Beitrag: Welche Steuern fallen auf Gold, Silber und andere Edelmetalle an?

Über die Studie “Goldinvestments 2026”

Die Studie »Goldinvestments 2026: Indikatoren, Motive und Einstellungen von Privatpersonen« wurde im ersten Quartal 2026 vom Research Center for Financial Services (CFin) der Steinbeis-Hochschule Berlin im Auftrag der Reisebank AG durchgeführt. Als Grundlage diente eine repräsentative Online-Befragung von 2.000 Bundesbürgern ab 18 Jahren. Die Befragung fand bereits zum neunten Mal statt und erlaubt damit ebenfalls eine Betrachtung im Zeitverlauf. Ziel der Studie ist es, die Höhe des Goldbesitzes, die Nutzung von Gold als Anlage sowie Motive und Einstellung zu Gold in der deutschen Bevölkerung zu erfassen und zu analysieren. Betrachtet wurde der Bestand an physischen und wertpapierbezogenen Goldinvestments sowie Goldschmuck, ergänzt um regionale sowie einkommens- und vermögensbezogene Erhebungen.

Die Reisebank AG mit Sitz in Frankfurt am Main gehört zum genossenschaftlichen Finanzverbund der DZ Bank AG. Das spezialisierte Institut ist unter anderem Anbieter von Edelmetallen in Deutschland.

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