Gold und Silber als Inflationsschutz?

Nach 1993 hat die Inflationsrate erneut einen hohen Wert erreicht. Höchste Zeit, das Kapital in Sicherheit zu bringen, auch da Negativzinsen drohen. Doch wie lässt sich das Ersparte effektiv anlegen und welche Rolle können Edelmetalle dabei spielen?
Gold und Silber als Inflationsschutz?

Seit Jahresbeginn steigt die Inflationsrate kontinuierlich an. Lag sie im März 2021 noch bei 1,3 Prozent, kletterte der Wert im September bereits auf 4,1 Hundertstel. Für Oktober wird sogar eine Marke von 4,5 erwartet. Treiber der Teuerungsrate sind insbesondere die Preisanstiege in der Energieversorgung. Doch auch die Preise für Nahrungsmittel und andere Güter haben im Laufe des Jahres kräftig angezogen. Die Hauptursache für das Anziehen der Inflation ist jedoch in der aggressiven Finanzpolitik der Zentralbanken zu finden. Und dies alles sind eigentlich Indikatoren, die einen deutlichen Anstieg der Edelmetallkurse auslösen müssten, doch Gold und Silber halten sich derzeit noch zurück. Sind Münzen und Barren dennoch als Inflationsschutz geeignet?

Verbraucher müssen für alle Lebensbereiche tiefer in die Tasche greifen

Laut Statistischem Bundesamt (Destatis, StBA) stiegen die Verbraucherpreise für Haushaltsenergie und Kraftstoffe im September 2021 um 14,3 Prozent gegenüber dem Vormonat. Nahrungsmittel verteuerten sich aktuell überdurchschnittlich um 4,9 Zähler. Insgesamt erhöhten sich die Preise für Waren über einen Zeitraum von zwölf Monaten betrachtet um einen Wert von 6,1. Zuletzt hatte es im Dezember 1993 mit 4,3 Prozent eine höhere Inflationsrate gegeben.

Gründe für den vergleichsweise hohen Anstieg in 2021 liegen ebenfalls in den niedrigen Preisen des Vorjahres, die durch die Corona-Krise ausgelöst wurden. Insbesondere die temporäre Senkung der Mehrwertsteuer im zweiten Halbjahr 2020 sowie der Preisverfall der Mineralölprodukte zum Jahresende wirken sich nun erhöhend auf die Gesamtteuerung aus. Auch die zu Jahresbeginn eingeführte CO2-Abgabe wirkt sich auf die Teuerungsrate bei Energieprodukten aus. So verzeichneten die Heizölpreise im Detail ein Plus von 76,5 % und Kraftstoffe von 28,4 %. Ebenso zogen die Preise für Erdgas ( 5,7 %) und Strom ( 2 %) an.

Auswirkungen hat der Inflationsanstieg ebenfalls auf andere Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. So lagen zum Beispiel die Preise für Dienstleistungen im September mit 2,5 % über dem Niveau des Vormonats. Der Autowerkstattservice kostet 5,4 % mehr und die Abgaben für Nettokaltmieten in Privathaushalten steigerten sich um 1,4 %.

Auf der anderen Seite werden die Löhne und Gehälter nicht im gleichen Maße angehoben, um die Geldentwertung im Portemonnaie auszugleichen. Oder sie erhöhen sich mit Zeitverzug, nach meist zähen Honorar- oder Tarifverhandlungen – während die Preise weiter klettern.

Null- und Negativzinsen lassen das Ersparte schrumpfen

Flankiert wird die galoppierende Inflation zudem durch die Nullzins- und Negativzinsstrategie der Banken. Denn wer viel Geld gespart hat, schaut schon länger in die Röhre. Guthabenzinsen sind seit einigen Jahren abgeschafft. Und es ist nicht mehr populär, Sparbücher oder Sparkonten zu unterhalten oder das Ersparte gar auf dem Girokonto zu lagern. Denn durch die lockere Geldtaktik der Europäischen Zentralbank (EZB) steigen die Strafzinsen für die Kredithäuser. Die Leidtragenden dabei sind dabei bereits vielfach die vermögenden Sparer, an welche die Belastung weitergeben wird.

So fressen Inflation und Negativzinsen nach und nach das schöne Kapital auf. Finanzexperten raten daher dazu, das Ersparte gewinnbringend anzulegen – auch in Hinblick auf die Altersvorsorge. Dazu eignen sich zum Beispiel Aktien, Fonds und Immobilien sowie Edelmetalle.

Wie reagieren die Gold- und Silberkurse auf die Verteuerung?

Doch Gold und Silber – als wichtigste Edelmetalle aus Investorensicht – verhalten sich eher unbeeindruckt von den negativen Preisentwicklungen. Auch der allgemein vorherrschende Materialmangel und sich zuspitzende Lieferengpässe vermögen die Kurse derzeit nicht zu befeuern. Seit August 2020 befinden sich Goldpreis und Silberpreis in einem kontinuierlichen Abwärtstrend.

Goldpreis Chart - Gold-Spotkurs

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Dabei hatte der Ausbruch der Corona-Viruspandemie noch für neue Höhenflüge gesorgt. So katapultierten die Anleger im Krisenmodus den Goldkurs im August 2020 auf ein neues Allzeithoch von 1.737,83 Euro für eine Feinunze (31,103 Gramm). Im gleichen Zeitraum kletterte der Silberkurs auf 24,30 Euro – jedoch weit entfernt von seinem Rekordhoch von 32,69 Euro aus 2011.

Silberpreis Chart - Silber-Spotkurs

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Anleger lassen sich nicht beirren und kaufen Gold und Silber als Inflationsschutz

Unabhängig von der aktuellen Edelmetallpreisentwicklung setzen Anleger jedoch ganz bewusst auf Gold und Silber als Schutz vor Geldentwertung und Inflation. Die beiden Metalle haben sich immer wieder als Krisenwährung bewährt. Ein Totalverlust des Vermögens, etwa in Folge einer Hyperinflation, ist insbesondere bei Gold nicht zu befürchten. Und die Nachfrage nach Silber ist unverändert hoch, da es ebenfalls verstärkt für industrielle Zwecke genutzt wird.

Als Investment eignen sich Goldmünzen und Goldbarren in Bullionqualität sowie Silbermünzen und Silberbarren. Wobei Gold aufgrund seiner höheren Wertdichte einen geringeren Platzbedarf hat. Dagegen zeichnen sich Silberprodukte durch niedrigere Anschaffungspreise aus. Ebenso können Sammlermünzen einen guten Inflationsschutz bilden – dies setzt jedoch Fachkenntnisse voraus.

Goldmünzen

Goldbarren

Silbermünzen

Silberbarren

Anlageexperten raten ihren Kunden dazu, nicht monostrukturell zu investieren, sondern breit gestreut, um das Verlustrisiko zu minimieren. Neben Aktien, Fonds oder Unternehmensanteilen sollten etwa 10 bis 15 Prozent des verfügbaren Kapitals in Edelmetalle angelegt werden. Diese werfen zwar keine Renditen ab, gelten jedoch als krisenfest. Und die aktuell eher moderaten Spotkurse stellen einen guten Zeitpunkt für den Kauf dar.

Fazit: Die Investition in Edelmetalle ist immer eine gute Endscheidung!

Dem Kaufkraftverlust durch steigende Inflationsraten und Strafzinsen fürs Guthaben können Verbraucher derzeit nur durch kluge Investitionen entgegenwirken. Als konservative Anlageprodukte empfehlen sich Staatsanleihen, Sparpläne, Bausparverträge und Lebensversicherungen. Etwas risikoreiche Finanzprodukte mit höheren Renditen stellen Aktien, ETFs, Fonds oder Unternehmensanteile dar. Edelmetalle wie Gold oder Silber lassen sich beliebig in beide Konzepte integrieren.

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