Palantir investiert rund 50 Millionen Dollar in Gold

Üblicherweise greifen moderne Unternehmen wie E-Autobauer Tesla oder der Payment-Service Square eher zum Bitcoin. Der Technologieanbieter Palantir bildet hier zwar keine Ausnahme, er hat jedoch auch die Vorteile des Krisenmetalls Gold entdeckt.
Palantir investiert rund 50 Millionen Dollar in Gold

Dass Gold ein bewährter Krisenschutz ist, hat unlängst auch das Technologieunternehmen Palantir für sich erkannt. Um bei zukünftigen Krisen besser abgesichert zu sein, kaufte der amerikanische Software-Anbieter Goldbarren im Wert von rund 50 Millionen US-Dollar ein. Medienberichte von FAZ, Handelsblatt oder Finanzen.net stützen sich dabei auf Informationen der US-Nachrichtenagentur Bloomberg, welcher die Quartalszahlen des Datenspezialisten vorliegen. Demzufolge ist das Goldinvestment Teil einer umfassenden Kapitalstrategie, die ebenfalls die Kryptowährung Bitcoin, diverse Start-ups sowie SPAC-Vehikel einschließt. Ziel der Strategie ist es, die Risiken sogenannter »Schwarze Schwäne« abzufedern.

Dem Quartalsbericht ist ebenfalls zu entnehmen, dass Palantir ausschließlich in Goldbarren in der eher ungewöhnlichen Größe zu je 100 Unzen investiert hat. Ein Goldbarren dieser Größenordnung mit einem Feingehalt von mindestens 995/1000 hat nach aktuellem Goldkurs einen Edelmetallwert von 178.610 US-Dollar oder 152.337 Euro. Bei einem Invest von 50 Millionen US-Doller ergibt das eine Menge von 280 Barren, die zusammen mehr als 870 Kilogramm wiegen. Der Goldschatz soll an einem gut gesicherten Ort im Nordosten der USA aufbewahrt werden und ist dem Unternehmen bei Bedarf jederzeit zugänglich.

Wer ist Palantir?

Investitionssummen dieser Größenordnung sind für international tätige Unternehmen mit entsprechender Kapitaldecke keine Seltenheit. Laut Bloomberg beläuft sich das liquide Kapital von Palantir Technologies Inc. auf zwei Milliarden US-Dollar. Der Entwickler von Software und Dienstleistungen hat sich auf die Analyse großer Datenmengen (Big Data) spezialisiert. Bekannt wurde das 2004 in den USA gegründete Unternehmen mit den deutschen Wurzeln, insbesondere durch die Entwicklung des Programms »Palantir Gotham«, das zur Terrorbekämpfung eingesetzt wird. Zu den Kunden zählen Bundesbehörden, Geheimdienste und Wirtschaftsunternehmen auf der ganzen Welt.

Heute befindet sich der Palantir-Hauptsitz in Denver im US-Bundesstaat Colorado. Mit mehr als 2.500 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund 1,1 Milliarden US-Dollar zählt das börsennotierte Unternehmen zu den Global Playern. Als besonderen Service sollen Kunden für Produkte und Dienstleistungen künftig auch mit Bitcoin und Gold bezahlen können. Nach Angabe des Managements wurde von dieser Möglichkeit bislang jedoch noch kein Gebrauch gemacht.

Was sind Schwarze Schwäne?

Getrieben von den Auswirkungen der Corona-Viruspandemie will Palantir durch die Investition in Gold und andere Werte das Risiko, das durch Schwarze-Schwan-Ereignisse hervorgerufen wird, minimieren. In der Fachsprache sind damit ungewöhnliche und gravierende Krisenbegebenheiten gemeint, die für die meisten Teilnehmer des Finanzmarkts unerwartet auftreten. Dabei kann sich im Nachhinein herausstellen, dass es zuvor dennoch Anhaltspunkte für eine Bedrohung gegeben hatte, auf die jedoch nicht reagiert wurde. Das können zum Beispiel Expertenmeinungen sein, denen keine Bedeutung beigemessen wird.

Der Begriff ist von der Historie abgeleitet, wonach die Menschen der westlichen Welt per se davon überzeugt waren, dass alle Schwäne weiß seien. Somit genießt der Glaube der Gesellschaft einen höheren Stellenwert als das Wissen einzelner. Entsprechend groß dürfte die Verwunderung gewesen sein, als die ersten Schwarzen Schwäne (Trauerschwäne) mit der Entdeckung Australiens 1770 auftraten. Neben der Corona-Krise sind weitere Schwarze-Schwan-Ereignisse zum Beispiel die Ausbrüche des Ersten und Zweiten Weltkriegs oder der Terrorangriff vom 11. September 2001 (9/11).

Hat das Gold-Investment von Palantir Auswirkungen auf den Gold-Preis?

Der Goldkurs wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Mit dem Edelmetall lassen sich Krisen absichern und das eigene Vermögen vor Inflation schützen. Deshalb greifen gerade in schwierigen Zeiten immer mehr Anleger zu Gold. Dadurch zählt die Weltwirtschaft zu den bestimmenden Aspekten. Auch die Aktienmärkte beeinflussen den Wert des Goldes. Die Geldpolitik der Zentralbanken nimmt dabei ebenfalls eine zentrale Rolle ein.

Ermittelt wird der Goldpreis täglich an den internationalen Märkten nach Angebot und Nachfrage. Er wird in US-Dollar für eine Feinunze (31,103 Gramm) gehandelt und in andere Währungen umgerechnet. Daher beeinflusst auch der Dollarkurs den Wert des Goldes. So lässt ein starker Dollar den Goldpreis sinken – und umgekehrt. Eine Einflussnahme findet ebenfalls durch die Großbanken statt, die in den letzten 30 Jahren große Mengen Gold zur Absicherung ihrer Landeswährungen kauften.

Angesichts dieser Ereignisse bleibt ein einzelner Goldkauf wie aktuell von Palantir zwar nicht unbemerkt, jedoch verursacht die Investition keine nennenswerten Ausschläge auf dem Kursbarometer.

Goldpreis Chart - Gold-Spotkurs

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Kann das Vorgehen von Palantir Vorbild für Privatanleger sein?

Krisen wie aktuell Corona, die weltweite Finanzkrise von 2007/2008, die Griechenlandkrise ab 2010 oder der Brexit ab 2016 betreffen nicht nur die Finanzmärkte, sondern ebenso Privatanleger oder institutionelle Investoren. Aus diesem Grund empfehlen Investmentberater ihren Kunden grundsätzlich, ihr verfügbares Kapital in verschiedene Assets anzulegen. Denn durch Diversifizierung lässt sich das Verlustrisiko minimieren. Dazu eignen sich Aktien, Fonds oder Immobilien. Außerdem raten die Experten dazu, zwischen 5 und 15 Prozent des Vermögens in Edelmetalle wie Gold oder Silber anzulegen.

Privatanleger sind jedoch mit Goldbarren in kleineren Stückelungen besser beraten. Verfügbar sind sie ab 0,5 Gramm bis 400 Unzen. Beliebte Einheiten sind 1 Unze, 50 Gramm, 250 Gramm oder 500 Gramm. Darüber hinaus eignet sich für Sammler oder Anleger auch die Investition in Goldmünzen. Wer Weißmetalle bevorzugt, greift zu Silberbarren oder Silbermünzen.

Fazit: Der Strategie folgen!

Der Software-Gigant Palantir macht es vor: Neben der Investition in andere gewinnbringende Anlageprodukte kauft der Technologieanbieter große Mengen Gold zur Krisenabsicherung. Zwar verfügen Privatanleger selten über 50 Millionen Dollar, doch können sie sich an diesem Vorbild orientieren. Experten sind sich einig, dass es vorteilhaft ist, einen Teil des Budgets in Edelmetalle zur langfristigen Kapitalbildung zu investieren.

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