Wissen für Einsteiger: Lieber in Gold oder in Silber investieren?

Der Edelmetallfachhandel hält eine große Auswahl an Anlageprodukten bereit. Besonders gefragt sind Münzen oder Barren aus Gold und Silber. Doch worin unterscheiden sich die beiden Metalle und ist zur Kapitalbildung eines zu bevorzugen?
Wissen für Einsteiger: Lieber in Gold oder in Silber investieren?

Wer in physische Münzen oder Barren investieren möchte, hat nicht nur die Qual der Wahl zwischen vielen unterschiedlichen Designs, sondern auch zwischen den verschiedenen Edelmetallen. Während heutzutage ebenfalls viele Anlageprodukte aus Platin oder Palladium erhältlich sind, haben sich Gold und Silber als die Favoriten unter den Edelmetallen herausgebildet. Hier stellt der Markt die meisten Angebote bereit und die Auswahl ist entsprechend groß. Doch welches Metall ist besser zum Vermögensaufbau oder zur Krisenabsicherung geeignet? Insbesondere Einsteiger fragen sich oft: Soll ich lieber in Gold oder in Silber investieren? Unser heutiger Beitrag zeigt die Vor- und Nachteile beider Sachwerte auf und gibt Hinweise zur Eignung.

Warum in Edelmetalle investieren?

Angesichts steigender Inflationsraten, Rezessionsängsten, Energieknappheit und geringen Guthabenzinsen sind Sparer gut beraten, verfügbares Kapital anzulegen. Experten empfehlen dazu eine Kombination aus verschiedenen Assets, wie Aktien, Fonts, Derivate, Immobilien oder Edelmetalle. Der Mix sorgt dafür, dass etwaige Verluste einer Anlage durch die Gewinne einer anderen ausgeglichen werden. Zur Risikominimierung oder Diversifizierung eignen sich physische Edelmetalle zu einem Anteil von 10 bis 15 Prozent.

Silber und insbesondere Gold haben sich in den letzten Jahrzehnten wiederholt als Krisenmetalle hervorgetan. Wann immer es zu globalen oder geopolitischen Zwischenfällen kam, wurde verstärkt in die glänzenden Metalle investiert: So stiegen die Kurse während der Finanzkrise 2008, Eurokrise 2010, Flüchtlingsbewegung 2015, Corona-Pandemie 2020 oder dem Ukraine-Krieg 2022 deutlich an.

Während es sich bei den meisten anderen Investmentprodukten um Risikogeschäfte handelt, können Edelmetalle ihren Wert nie ganz verlieren. Jedoch wirft ihr Besitz keine Dividenden oder Zinsen ab. Deshalb eignen sich Gold und Silber verstärkt zum langfristigen Vermögensaufbau. Aber, wer seine Münzen und Barren zum richtigen Zeitpunkt verkauft, kann Gewinne verzeichnen – die nach einem Jahr Haltedauer sogar steuerfrei bleiben.

Die Vor- und Nachteile von Gold und Silber im Überblick

Die Faustregel, dass Silber das Gold des kleinen Mannes ist, galt früher einmal und hat längst ausgedient. Denn heute entscheidet nicht mehr das zur Verfügung stehende Budget über die Metallart. Goldmünzen sind heute bereits kleinteilig ab 1/10 oder 1/20 Unze verfügbar und Goldbarren schon ab 0,5 Gramm. Im Umkehrschluss erhalten Anleger Silberprodukte auch in hohen Einheiten zu 100 Unzen oder 15 Kilogramm.

Dennoch haben beide Edelmetalle für sich genommen einige Vor- und Nachteile. Dabei entscheiden nicht selten persönliche Ansprüche über die Gewichtung. Im Gegensatz zu Silber besitzt Gold eine höhere Wertdichte. Das bedeutet, Anleger müssen im Vergleich viel mehr Silber kaufen, um die gleiche Wertmenge an Gold zu erhalten. Die Gold-Silber-Ratio zeigt das aktuelle Verhältnis an. Im Umkehrschluss besitzt Silber einen wesentlich niedrigeren Kaufpreis als Gold. Weitere Unterschiede gibt es etwa bei der Umsatzsteuer oder der Lagerung. Die folgende Übersicht hebt die Details hervor.

Edelmetallvergleich Silber Gold
Kaufpreis (eine Feinunze) niedrig hoch
Wertdichte (eine Feinunze) gering hoch
Mehrwertsteuer beim Kauf *11 - 19 % ohne
Volumen bei gleichem Wert groß gering
Lagerung kann anlaufen unempfindlich
Industrielle Nachfrage groß gering

* Silbermünzen oder Silbermünzbarren können vielfach mit Differenzbesteuerung gekauft werden. Dadurch lässt sich ein Teil der ges. MwSt. einsparen.

Für wen ist welches Edelmetall geeignet?

Im Grunde eignen sich Anlageprodukte aus Silber oder Gold gleichermaßen für jeden. Hier entscheiden oft auch persönliche Vorlieben oder Erkenntnisse. Darüber hinaus trifft es nicht zu, dass Silber besser für Einsteiger geeignet ist und Gold eher für Profis. Es spricht auch nichts dagegen, den Geschmack entscheiden zu lassen. Allerdings eignet sich klassische Bullionware in höheren Auflagen (siehe nächster Abschnitt) besser zum Vermögensaufbau als ausgefallene Stücke.

So besitzen limitierte Sammlermünzen zwar meist die schöneren Oberflächen, sind aber vergleichsweise teurer. Hierbei lohnt der Blick in den aktuellen Goldkurs oder Silberkurs, der den Angebotspreisen zugrunde liegt. Auch historische Münzen eignen sich zur Kapitalbildung, sie erfordern jedoch mehr Sachkenntnis in puncto Erhaltungsgrade, Nachfrage und Erkennung von Fälschungen. Medaillen besitzen dagegen eher ideelle Werte und sind keine Anlageprodukte.

Anlageprodukte aus Gold und Silber

Der Markt an Barren und Münzen aus Gold oder Silber ist sehr groß. Insbesondere Einsteiger haben es nicht leicht, den Überblick zu behalten. In diesem Abschnitt stellen wir Ihnen einige gängige Anlageprodukte vor, die weltweit gehandelt und akzeptiert werden. Grundsätzlich lassen sich bekannte Bullionmünzen wesentlich einfacher weiterverkaufen als exotische Prägungen, da ihre Nachfrage generell höher ist.

Münzen für Investoren sind häufig in vielen attraktiven Stückelungen verfügbar, sodass je nach Budget sowohl kleinteilig wie umfangreich investiert werden kann. Sie sind einzeln erhältlich oder für Großanleger auch in Münztuben und Masterboxen mit bis zu 500 Stück. Ebenso verhält es sich mit Barren oder Münzbarren.

Wissenswertes zur Lagerung von Silber und Gold

Bei Lagerung und Schutz von Edelmetallen hat Gold in mancher Hinsicht die Nase vorn. Aufgrund seiner hohen Wertdichte ist es einfacher unterzubringen als Silber. Ein Beispiel: Für eine Münze American Eagle Gold zu einer Feinunze (31,103 Gramm) müssten etwa 70 Stück Amercian Eagle Silber angeschafft werden, um den gleichen Wert zu erhalten. Diese benötigen allerdings viel mehr Platz als die einzelne Goldmünze.

Ebenso ist Gold unempfindlicher als Silber. Dennoch sollte die Oberfläche vor Kratzern oder Fingerabdrücken geschützt werden. Wie von Schmuckstücken oder Silberbesteck bekannt, neigt das weiße Edelmetall dazu, dunkel anzulaufen, wenn es längere Zeit der Luft ausgesetzt wird. Um zu verhindern, dass die Oberfläche oxidiert, empfiehlt es sich, Silbermünzen oder Silberbarren stets luftdicht verpackt zu lagern. Sie sollten entweder in Folie verschweißt oder in Acrylkapseln aufbewahrt werden. Eine Silberreinigung ist zwar möglich, aber nur bedingt empfehlenswert. Münztuben und Masterboxen sind ab Werk ebenfalls durch entsprechende Gase geschützt oder können nachträglich damit ausgestattet werden.

Eines haben beide Edelmetalle gemeinsam. Sie benötigen einen sicheren und versicherten Aufbewahrungsort, wie zum Beispiel ein Bankschließfach oder das Zollfreilager.

Fazit: Gold oder Silber – eine Frage des Geschmacks

Wer heutzutage in Edelmetalle investieren möchte, kann zwischen Gold oder Silber frei wählen. Die große Auswahl an verschiedenen Stückelungen und eine weltweite Nachfrage machen es möglich. Zum Vermögensaufbau und zur Kaptalsicherung sind beide Edelmetalle geeignet. Insbesondere Einsteiger sollten jedoch gängigen Münzen oder Barren den Vorzug vor exotischen Sonderausgaben geben. Denn diese lassen sich problemlos später wieder veräußern und werden fair nah am jeweiligen Spotpreis gehandelt. Und der richtige Ort für Kauf oder Verkauf ist der Edelmetall-Fachhandel.

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